Wie ich zum Natural Horsemanship kam

Ich hatte schon von Kindesbeinen an eine große Begeisterung für alle großen und kleinen Vierbeiner. Diese Vorliebe zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Hier ein kurzer Ausschnitt:

1988-1998 Voltigieren und regelmäßiger englischer Reitunterricht. Unter anderem auf verschiedenen Pflegepferden und Ponys.
1998-2007 unregelmäßiger Kontakt zu Pferden, kaum Reitunterricht. Abitur, Ausbildung und der erste Job.
2007-heute Westernreiten, Bronzenes Reitabzeichen Westernreiten EWU, intensive Beschäftigung mit den Prinzipien und Möglichkeiten des Natural Horsemanship
2008-heute starkes Engagement auf dem Pferdehof Ahaus e.V. - Gnadenhof für Tiere
2010-2013 2-jährige Fortbildung bei Vera Delle und Thomas Günther von ProRide, insgesamt 10 Kurswochenenden mit verschiedenen Schwerpunkten (Basiserziehung am Boden und im Sattel, Sitzschulung, weiterführende Lektionen)

 

Gelassenheitstraining

Meine Reise mit dem Natural Horsemanship begann Ende 2007. Nach einer längeren Reitpause suchte ich wieder den Kontakt zu diesen wundervollen Tieren. Wen einmal der "Pferdevirus" infiziert hat, den lässt es einfach niemals wieder los. In der Zeit ohne Pferde fühlte ich jeden Tag eine gewisse Leere, die ich einfach nicht füllen konnte. Am ersten Tag zurück in der Welt der Pferde wußte ich genau, was es gewesen war. Ich entdeckte kurz darauf Kirsten und den Gnadenhof Pferdehof Ahaus e.V., damals noch eine private Tierhaltung. Kirsten brauchte dringend Hilfe bei der Versorgung der Tiere und auch finanziell. Aufgrund schwerer Schicksalsschläge stand der Hof kurz vor dem Aus und vielen Pferden dort drohte der Schlachter. Hier wurde eine helfende Hand dringend gebraucht und seither engagiere ich mich sehr auf dem Hof. Einige der Pferde dort, unter anderem mein "Pflegepferd" Amarin (aus 2000, Pilot-Enkel, erst mit 5 Jahren gelegt worden, bis auf eine handvoll Ritte aus Zeitmangel reines Weidepferd) gaben mir Rätsel auf. Waren sie doch so garnicht erzogen und deutlich mehr Pferd als diejenigen, die mir bisher anvertraut worden waren.

Nun wollte ich mehr wissen und suchte meinen Weg um uns und den Pferden das Leben zu erleichtern und zu verbessern. Zuerst fiel mein Augenmerk auf die Westernreitweise, die mir am Pferdefreundlichsten erschien und in der auch Horsemanship ein großes Thema ist. Ich erwarb das Bronzene Westernreitabzeichen (EWU) bei Ralf Seedorf auf der Roofman Ranch in Dönsel und nahm regelmäßigen Reitunterricht bei Tatjana Weck (TW-Horsetraining.de), derzeit bei Hünnekens Quarter Horses. Außerdem standen regelmäßig Kurs- und Messebesuche an, die Bücher von Renate Ettl und Peter Kreinberg wurden verschlungen und ich versuchte mich immer weiter zu verbessern. Hier konnte ich bereits viele Elemente und die Natural Horsemanship Denkweise erkennen. Leider war die Arbeit am Boden hier nicht so ausführlich und beinahe alles auf das Reiten ausgerichtet, so dass dies für die teilweise nicht eingerittenen oder nicht reitbaren Pferde einfach nicht in Frage kam.

Meine Suche ging also weiter, bis ich auf Silke Vallentin traf. Das war auf der Equitana Open Air 2010, für mich ein historischer Tag. Ihre Vorführung, trotz ihres Handycaps, war umwerfend, faszinierend und begeisternd. Solche Freiheit, dieses Vertrauen, es war einfach genau das, was ich mir immer erträumt hatte. Die darauf folgenden Jahre waren und sind damit geprägt Natural Horsemanship zu erlernen, zu leben und zu lieben. Man kann es einfach nicht anders sagen. Die Pferde sind ausgeglichen, vertrauensvoll, gelehrig - und sie sind nach wie vor Pferd! Der Mensch erlernt die Sprache der Pferde und kann seinem Partner Pferd so die Welt erklären. Dadurch entsteht eine harmonische Beziehung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Individuen.

(A horse needs) Love, Language and Leadership in equal doses
Pat Parelli - Parelli Natural Horsemanship

frei übersetzt: Ein Pferd braucht Liebe, Kommunikation und Führungsqualitäten gleichermaßen. Das sind die Grundpfeiler für Harmonie und Verständnis zwischen Mensch und Pferd. Wenn einer dieser drei Pfeiler vernachlässigt wird gefährden wir damit die Partnerschaft zwischen uns und unserem Pferd.